Die Fauna

Die Säugetiere

Obwohl oft schwer zu beobachten, sind die Säugetierarten in den Marais du Vigueirat vielfältig. Es wurden bis jetzt 43 Arten gezählt. Die Verschiedenheit der Milieus ermöglicht diese Vielfalt.

Der Biber ist regelmäßig im Canal du Vigueirat oder in kleineren Kanälen im Norden des Naturschutzgebiets präsent. In jenem Kanal wurden 2012 auch Spuren des Fischotters gefunden. Das Naturschutzgebiet bietet dieser, in Feuchtgebieten heimischen Art, deren letzte Kolonie im Rhône-Delta sich in den frühen 90er Jahren aufgelöst hat, günstige Bedingungen, um sich anzusiedeln.

 

Ragondin-JC Carrière

Nutria – JC.Carrière

Das Netzwerk aus Kanälen bieten auch anderen Arten wie der Westschermaus oder der Wasserspitzmaus, deren Population stark unter der Trockenlegung von zahlreichen Feuchtgebieten zu leiden hat, einen Lebensraum. Nachdem sie für ihren Pelz nach Frankreich eingeführt wurde, hat die Nutria die Sümpfe besiedelt. Das große Nagetier ist, obwohl anfällig für Kältewellen, optimal angepasst und bildet heute einen festen Bestandteil im Ökosystem der Camargue.

Renard roux - photo réalisée par JM.Paumier

Rotfuchs –  J-.M.Paumier

Die höhergelegenen Orte im Naturschutzgebiet beherbergen, mit ihrem Schutz vor Überschwemmung, das Wildkaninchen und den Dachs. Unter den Fleischfressern ist der Rotfuchs häufig zu beobachten, während die Marder (Mauswiesel, Iltis und Steinmarder) häufig gut versteckt bleiben.

Das Wildschwein lebt, wie überall in der Camargue, in allen Milieus innerhalb des Naturschutzgebiets. Im Frühjahr frischen die Bachen in den Schilfgebieten. Während des Sommers suchen sie im Schlamm der Sümpfe, der dann trocknet, nach Fischen, die durch die Trockenheit gefangen sind. Im Winter, wenn sie auf die Deiche ausweichen, sind die Abdrücke im Boden und Bewegungen des Schlamms, die ihre Bewegungen zeigen, die klarsten Zeichen ihrer Anwesenheit

Die echten Hasen können nur auf den ehemaligen Äckern westlich des Canal d´Arles à Bouc gefunden werden seit nunmehr mehreren Jahren leben dort sowohl der Feldhase, als auch der iberische Hase, der von Jägern der Region eingeführt wurde, in Gemeinschaft.

Der Bestand der Mehrheit der Kleinsäuger wurde durch die Analyse des Gewölles von Waldkäuzen und Schleiereulen, die im Gebiet nisten, überprüft. Nach den Spezialisten der Gruppe, die dafür zuständig war, ist die Zwergmaus in den Schilfgebieten, die ihr bevorzugtes Habitat darstellen, oft vertreten.

 

Pipistrelle de Nathusius

Rauhautfledermaus

Für die Fledermäuse sind die Marais du Vigueirat vor allem ein Jagdrevier. Das ist der Fall z.B. bei der Langflügelfledermaus, der großen Hufeisennase oder der Wimperfledermaus. Die beiden letzten waren die Protagonisten des Programms Life+ Chiromed, 2014 beendet, das ihre Erhaltung und Integration in das Ökosystem der Regionen Provence-Alpes-Côte d´Azur und Languendoc Rousillion sicherstellen sollte. Im Rahmen dieses europäischen Projekts wurden Einrichtungen auf Dachböden bestehender Häuser und die maison des chauvessouris, die sowohl ein Museum als auch einen Rückzugsort für Fledermäuse beherbergt, errichtet, um den Reproduktionserfolg der beiden Arten zu steigern. Dabei wird die Gestaltung auf die Bedürfnisse der Fledermäuse während der Reproduktionsperiode ausgerichtet. Falls die Reproduktion dieser Arten hier eines Tages nicht mehr beobachtet werden können sollte, tragen die Einrichtungen immer noch zur Steigerung des Reproduktionserfolges von bedeutenden Kolonien der Zwergfledermaus bei.

Die Amphibien

Es gibt sechs Reptilienarten in den Marais du Vigueirat. Drei von ihnen sind häufig.

Grenouille Rieuse - Vincent Piccolomo

Seefrosch – Vincent Piccolomo

Der MittelmeerLaubfrosch, den man häufig in der Vegetation an den Rändern der Kanäle antrifft, kann von Apfelgrün bis Dunkelbraun, und in Ausnahmefällen sogar blau, viele verschiedene Farben haben. Sein besonders lauter Ruf ist sehr auffällig. Der iberische Wasserfrosch und der Seefrosch sehen sich sehr ähnlich und können sich sogar zum Grafschen Hybridfrosch kreuzen. Der Seefrosch ist ursprünglich in Mitteleuropa beheimatet und ist deutlich besser an das Wasser als Lebensraum angepasst als der MittelmeerLaubfrosch.

 

Gelegentlich werden die Erdkröte und die Kreuzkröte gesichtet, es ist jedoch noch nicht bewiesen, dass diese Arten sich im Naturschutzgebiet auch fortpflanzen.

Der Fadenmolch wurde in den 90er-Jahren im südlichen Teil der Anlage einige Male beobachtet. Seitdem wurde er nicht mehr wieder gesehen, sein Vorkommen ist jedoch aufgrund der Schwierigkeit seiner Beobachtung nicht ausgeschlossen.

Die Reptilien

Lézard des murailles - © Suc

Mauereidechse – © Suc

Die meisten Reptilien der Camargue lassen sich auch in den Marais du Vigueirat beobachten. Manche sind gut getarnt, mit Geduld kann man alle unten genannten Arten antreffen.

Die Mauereidechse ist an Gebäuden besonders zu erkennen, man trifft sie aber überall und oft auf hölzernen Oberflächen, die sie zu schätzen scheint, an. Die westliche Smaragdeidechse ist sehr scheu und lässt sich deshalb oft in der Nähe von (Brombeer)hecken, wo sie sich verstecken kann, beobachten. Es gibt noch zwei weitere Echsenarten im Naturschutzgebiet: die Blindschleiche und die westliche Erzschleiche, ihre Beobachtung erfordert jedoch sehr viel Mühe und Glück.

Vor mittlerweile rund zehn Jahren ist ein Gecko im Gebiet aufgetaucht. Es handelte sich um den Mauergecko, der in Feuchtgebieten oft vorkommt.

 

Couleuvre de Montpellier ©S.Ceyte

Westliche Eidechsennatter – © S.Ceyte

Die Schlangen sind mit sechs Arten gut im Gebiet vertreten. Entgegen dem verbreiteten Glauben gibt es keine Vipern in der Camargue:

Die Vipernatter, die man im Wasser beobachten kann, sieht ihnen zwar ähnlich, die genaue Betrachtung der Pupille (rund) lässt aber keine Zweifel bei der Bestimmmung zu.

Die Ringelnatter bevorzugt auch das Wasser. Man sieht sie manchmal Fische oder Frösche jagen.

Die girondische Glattnatter und die Äskulapnatter sind weniger verbreitet und bevorzugen Lebensräume mit starker Vegetation.

Die Treppennatter, mit ihrem charakteristischen Muster zeigt sich, wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen. Man hat dann in der Abenddämmerung die größte Chance sie zu beobachten.

Die westliche Eidechsennatter kann bis zu zwei Meter lang werden. Sie ist die eindrucksvollste Schlange in der Camargue, wenn sie den Kopf wie eine Kobra aus dem Gestrüpp nach oben streckt. Sie ist ebenso schwer zu beobachten und bevorzugt wie die Treppennatter trockene Milieus, hält sich aber auch in der Nähe von Wasser auf.

 

Cistude d'Europe © S.Ceyte

Europäische Sumpschildkröte – © S.Ceyte

Es wurden mehrere Schildkrötenarten im Gebiet identifiziert, es ist jedoch nur die europäische Sumpfschildkröte heimisch in der Camargue. Sie sind sehr scheu, gewöhnlich trifft man aber auf den Rundwegen einzelne Tiere an. Ab Mai lassen sich die Weibchen auf den Deichen bei der Suche nach einem geeigneten Platz zur Ablage der Eier beobachten.                                                                                    Die RotwangenSchmuckschildkröte wurde in den letzten Jahren öfter gesichtet. Diese Art wurde vermehrt in die Natur freigelassen und manche Individuen vermehren sich. Darüber hinaus wurden die maurische Landschildkröte und die griechische Landschildkröte identifiziert.

Es ist nicht bekannt, wie diese Schildkröten in die Marais du Vigueirat eingeführt worden sind. Möglicherweise sind es Tiere, die vorher im nahegelegen Dorf Mas-Thibert als Haustiere gehalten wurden.

 

Die Vögel

Héron pourpré © C. Giraud Marais du Vigueirat

Purpurreiher – © C. Giraud Marais du Vigueirat

Mit 328 Vogelarten, die seit 1988 und 261 nur im Jahr 2015 beobachtet wurden, bietet die Anlage eine reiche Vielfalt.

Blongios nain ©C. Giraud Marais-du-Vigueirat

Zwergdommel – © C. Giraud Marais du Vigueirat

Seit 1988 konnten 107 Arten, die hier nisten, identifiziert werden. Heute geht man 71 Arten, die regelmäßig im Naturschutzgebiet nisten, aus.                                                       Alle neun europäischen Reiher nisten im Naturschutzgebiet, wobei der Ort als eine der wichtigsten Schutzzonen für einige dieser Arten in der Camargue, in Frankreich und sogar in Europa gilt. Besonders für die seltenen Arten Rohrdommel, Purpurreiher und Zwergdommel besitzen die Marais du Vigueirat Bedeutung.

Der Bestand der Rohrdommeln in den Marais du Vigueirat kann bis zu 11% des gesamtfranzösischen Bestands bilden. Es haben sich 2015 16 Paare der Zwergdommel hier vermehrt. Das entspricht 5%-10% des Bestands im Rhône-Delta.

Diese Zahlen sind durch die Erhaltung eines 200ha großen Röhrichts möglich.

 

Guêpier d'europe

Europäischer Bienenfresser

Die Schilffläche ist auch für weitere Schilfvögel nützlich, deren Bestand sorgfältig kontrolliert wird.

Man kann in offenen Milieus auch auffällige Vögel, wie den Bienenfresser, die Blauracke und den Triel, aber auch verbreitete und häufig vorkommende Raubvögel, wie die Rohrweihe oder seltenere, wie den Schelladler, den Habichtsadler oder den Fischadler finden.

Unter den verschiedenen Rallen, kommt auch das Purpurhuhn, das seit 2007 in den Marais du Vigueirat nistet, vor. Diese Art ist sehr selten in Frankreich und nistet gewöhnlicherweise in Spanien oder Afrika. In den letzten Jahren vergrößerte sie ihr Verbreitungsgebiet von der spanischen Grenze bis zum Étang de Berre.

 

Sterne pierregarin radeau piscisud

Fluss-Seeschwalbe auf einem Floß

Les Marais du Vigueirat représentent également l’un des sites majeurs d’hivernage des anatidés et rallidés en Camargue.

Die Marais du Vigueirat stellen eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete für Enten und Rallen in der Camargue dar.

Erwähnenswert ist außerdem das Vorkommen von laro-limicoles coliniaux (Seeschwalben, Möwen und der Säbelschnäbler), deren Bestand ständig kontrolliert wird, während gleichzeitig Nistmöglichkeiten, vor allem im Rahmen des Projekts LIFE+ ENVOLL, das von den Amis des Marais du Vigueirat koordiniert wurde, eingerichtet werden. Zu den Arten, die im Naturschutzgebiet nisten, gehört die Fluss-Seeschwalbe, von der sich 2015 67 Paare vermehrt haben. Es wird ein stark positiver Effekt der Einrichtungen (Flöße, Inseln und Boote) auf den Bestand der Vögel erwartet. Die Einrichtungen kommen auch der Lachmöwe zugute.

 

Die Insekten

Leste à grand stigmas

Dunkle Binsenjungfer

Die Feuchtbiotope sind nicht nur für Die Vögel ein paradiesischer Ort, sondern auch für eine Fülle von Insektenarten, die von diesem Milieu abhängig ist. Das gilt auch für eine große Zahl von Libellen. Es wurden 43 Libellenarten in den Marais du Vigueirat identifiziert, von denen sieben eine tiefe Bedeutung für das Naturerbe haben.

Die Binsenjungfer ist heutzutage durch Ansiedlung von Industrie, landwirtschaftliche und touristische Nutzung und Urbanisierung des Küstengebiets bedroht. Obwohl die Art im Departement Boches du Rhône selten ist, kann in den Marais du Vigueirat jedes Jahr eine beständige Population nachgewiesen werden, während andere Populationen in der Camargue verschwinden. Diese Art ist aktuell Objekt einer Studie im Gebiet im Rahmen eines Programms der Wiederherstellung von temporären Tümpeln, das 2011 nach der Vorstellung der nationalen Strategie für die Biodiversität geschaffen wurde.

 

Diane

Osterluzeifalter

Was die Schmetterlinge angeht, bleibt der südliche Osterluzeifalter die einzige in Frankreich geschützte Art, die hier vorkommt. Der Schmetterling lässt sich nur in der Provence im Süd-Osten Frankreichs finden, wo er aber relativ häufig ist. Trotzdem ist die Art durch Urbanisierung, Monokulturen und Trockenlegung von Feuchtgebieten bedroht. Außerdem ist sie absolut auf die gewöhnliche Osterluzei oder rundblättrige Osterluzei angewiesen, die beide im Naturschutzgebiet vorkommen. Auch wenn die Art in den Marais du Vigueirat gut bestehen kann, steht eine genaue Untersuchung zur Verbreitung, Anzahl der Individuen und Dynamik dieser Spezies vor Ort noch aus.

Die Fische

Es gibt 28 Fischarten im Naturschutzgebiet – in den kleineren Kanälen innerhalb des Naturschutzgebiets und in den beiden großen Kanälen an den Seiten. Die Fische können sich frei im Kanalsystem bewegen. Die Mehrheit gehört zu der Familie der Karpfenfische. Von allen Arten hab

en nur vier einen Schutzstatus oder einen besonderen erhaltungstechnischen Wert.

Anguille jaune

europäischer Aal

 

Unter den Vieren hat nur der europäische Aal ein beständiges Vorkommen. Er wächst in den Flüssen und Lagunen in Europa auf und vermehrt sich im Sargassosee. Früher war er sehr zahlreich vertreten, seit den 1970er Jahren erfährt er jedoch einen starken Rückgang des Bestands, der heute sein Fortbestehen bedroht. Der Bestand in den Marais du Vigueirat im Süßwasser, mit großer Zahl von großen Individuen, wird von Experten als bedeutend eingeschätzt. Seit 2007 werden von der Organisation Migrateurs Rhône-Mediterranée (MRM) Informationen über das Verhalten der Art im Kanalsystem der Marais du Vigueirat gesammelt.