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Studien zum Zusammenhang von Luftverschmutzung und dem Bestand von Flechten

In Anbetracht ihrer geographischen Lage, sind die Marais du Vigueirat diversen Quellen der Luftverschmutzung ausgesetzt. Darunter sind insbesondere:

  • Der Schadstoffaustoß der industriellen Hafenzone von Fos-sur-Mer, welche direkt südlich der Marais du Vigueirat liegt.
  • Schadstoffaustöße durch den Warentransport auf der naheliegenden N568, die Arles und Fos-sur-Mer verbindet.
  • Verschmutzung durch Landwirtschaft innerhalb des Plan du Bourg. Hierbei ist besonders die starke Streuung von Pflanzenschutzmitteln, die mit Helikoptern auf Reisfeldern verteilt werden, zu nennen (dieses Phänomen lässt sich direkt vor Ort beobachten, da Bäume in der Nähe von Reisfeldern durch die Pflanzenschutzmittel „verbrannt“ werden können.

Bis jetzt sind noch keine Daten über die Luftqualität speziell der Marais du Vigueirat vorhanden, jedoch wird es sie in naher Zukunft geben.

Air PACA, die anerkannte regionale Beobachtungsstelle der Luftqualität, zuständig für die Region vom Etang de Berre und den Westen der Bouches du Rhône, verfügt über ca. 30 Überwachungsstationen für die Beobachtung der Luftqualität. Darunter sind vier Stationen, welche je nach Windrichtung etwas über die Luftqualität der Marais du Vigueirat aussagen können: Arles, Port-Saint-Louis-du-Rhône, Fos-sur-Mer und Fos-sur-Mer Carabins. Ein Anhaltswert der Luftqualität, herausgegeben von Air PACA, ermöglicht es, jeden Tag die allgemeine Luftverschmutzung von verschiedenen geographischen Gebieten zu erhalten. Diese Informationen beziehen sich auf die Konzentrationen der vier reglementierten Hauptschadstoffe: Schwefeldioxid, Feinstaub (PM 10), Ozon und Stickstoffdioxid (Air PACA, 2014).

Das Programm AIGRETTE (Approche Intégrée de la Gestion des Risques Environnementaux à l’Echelle d’un TerriToirE = Umfassendes Konzept zum Management von Umweltrisiken in Bezug auf ein Gebiet) wurde im Dezember 2006 von SAN Ouest Provence gegründet und erlaubte während einer Laufzeit von 2,5 Jahren, Informationen über die Luftqualität auf dem interkommunalen Gebiet Ouest Provence zu erlangen. Das Ziel des Programmes war es, auf der Basis eines „Ausgangszustands“ von Schadstoffaustoß und Umwelt auf diesem Gebiet, ein Entscheidungshilfsmittel zu kreieren, um mittel- bis langfristige Handlungsmaßnahmen einzuleiten. Im Großen und Ganzen hat das Programm Aigrette keine besonderen Ungewöhnlichkeiten der Luftqualität gezeigt. Es gibt wenige Parameter, darunter vor allem der Feinstaub, die etwas abweichen.

Des Weiteren leitet das „ökologische Institut – Bewusstsein Umweltverschmutzung“ eine Studie, die über die Konsequenzen der Luftverschmutzung durch die Industriezone Fos-sur-Mer und das Straßennetz dieses Sektors auf die Lebewesen forscht. Im Rahmen dieser Studie wurden die Flechten als Bioindikatoren ausgewählt und die Marais du Vigueirat, relativ abgelegen von den Quellen der Verschmutzung, bilden eine Referenzzone. So wurde auf dem Standort seit 2011 jedes Jahr eine Studie durchgeführt über die Pflanzengattung der Flechten und das Ausmaß der Imprägnation einer Flechtenart (Xanthoria parietina) durch Dioxine/ Flurane (PCDD/F), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und 17, hauptsächlich metallische, Spurenelemente.

2015 wurden in den Marais du Vigueirat insgesamt 72 Flechtenarten ermittelt.