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Restaurierungsprojekt des Feuchtbiotops „Cassaïre“

Der Standort Cassaïre

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Lage: Östlicher Teil des Rhônedeltas, Kommune Arles

Grundfläche: 70 ha

Besitzer: Conservatoire du littoral (Erworben 2004)

Verwalter: Amis des Marais du Vigueirat

Namensherkunft: Cassaïre = Jäger im Provenzalischen

 

Ziele des Restaurationsprojekts

Das Projekt auf dem Standort Cassaïre strebt an, aus einem landwirtschaftlichen Brachland wieder ein Feuchtbiotop herzustellen. Ein weiteres Ziel ist außerdem, zu zeigen, dass Jagdbetrieb durchaus vereinbar mit der Wasserverwaltung ist, die den natürlichen Zyklus eines temporären Sumpfgebiets respektiert. Dieses Projekt wurde Teil einer Doktorarbeit von 2010 bis 2013, begleitet durch den „Turm von Valat“ und IMBE. Diverse Ausgestaltungen wurden auf dem Standort realisiert, wie z.B. Erdarbeiten und Sedimentverlagerungen, ebenso wie die Installation einer Pumpstation, die durch ein Windrad betrieben wird. Diese Pumpstation erlaubt einen günstigen Wasserpegel für aquatische Lebensräume und Wasservögel. Der Standort profitiert von der Beweidung durch Pferde von Februar bis August und es wird außerdem von September bis Januar Jagd betrieben.

Das ökologische Restaurationsprogramm verfolgt drei Ziele:

– Ökologie : Das schützenswerte Potential des Standorts erhöhen

– Gesellschaftlich : Entwicklung des Jagdbetriebs für die Bewohner der Ortschaft Mas Thibert

– Wissenschaft : Steigerung der ökologischen Kenntisse im Bereich der Restauration/ Wiederherstellung

 

Vertretene Ökosysteme

Auf dem Standort sind hauptsächlich drei Milieus vertreten:

– Flussdünen (10 ha): Diese Dünen sind heutzutage selten, da sie durch die natürliche Bewegung des Flusses (hier Rhône) in seinem Flussbett geformt wurden (durch Sedimentablagerungen), bevor dieser eingedeicht wurde

– Weideflächen (30 ha)

– Landwirtschaftliche Flächen mit geringem agronomischen Wert, wie z.B. die alten Reisfelder (30 ha): Dies ist die Zone, die von der ökologischen Restauration profitiert hat

Die alten Landwirtschaftsäcker wurden in temporäre Feuchtflächen umgewandelt, ebenso in mediterrane Rasenflächen. Eine temporäre Feuchtfläche definiert sich durch einen Wechsel von sommerlicher Trockenheit und Flutungen. Sie beherbergt eine reiche Flora und Fauna, die sich von Jahreszeit zu Jahreszeit ändert. Im Gegensatz dazu steht eine dauerhafte Sumpffläche das gesamte Jahr unter Wasser.

 

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Fauna und Flora

Die vertretenen Arten der temporären Feuchtflächen haben Anpassungsstrategien entwickelt, um den Trockenperioden standzuhalten. Die Wasserpflanzen der Characeen haben sich zu einem Lebensraum von zahlreichen Arten und einer beliebten Nahrungsquelle von Enten entwickelt. Die Ansiedlung von Libellen entwickelte sich sehr schnell nach den Restaurationsarbeiten. Die Dunkle Binsenjungfer Lestes macrostigma besitzt ein hohes Naturerbe und hat den Standort vor allem 2014 besiedelt. Entenarten wie die Stockente und Limikolen wie die Bekassine oder der Kiebitz beginnen, den Standort zu frequentieren.

Die Flussdüne des Cassaïres birgt ebenfalls einen Lebensraum für zahlreiche angepasste Pflanzenarten wie die Kugelsimse Scirpoides holoschenus, die Gussones Trespe Anisantha diandra, die Kornblume Centaurea aspera oder das Ravennagras Erianthus ravennae.

 

eolienne_pompe_cassaire_tmorvanNutzer des Standorts

– Jagdgesellschaft von Mas Thibert

– Viehzucht: Die Beweidung durch Pferde auf der Restaurationsfläche verhindert die zu starke Ausbreitung von wettbewerbsfähigen und unerwünschten Pflanzen. Die Schafzucht findet auf den Grasflächen statt.

– Empfang von Schulgruppen auf dem Standort.

 

Partner des Projekts

Die Amis du Vigueirat, der Turm von Valat, der regionale Naturpark der Camargue, die Entwicklungsgruppe RESSOURCE, IMBE, CPIE Rhône Pays d’Arles, ONCF und die Jagdgesellschaft von Mas Thibert.

Finanzpartner

Der Wasserbetrieb, der Departementsrat und der Regionalrat.